Gesundheit
Ein gesunder Umgang mit Gesundheit
Was ich mir vorstelle, ist ein Umgang mit Gesundheit, der Momente der Unvollkommenheit, Unvollständigkeit, Verletzlichkeit und des Aufeinanderangewiesensein einschließt. Die Berücksichtigung dieser Momente hilft, ein sich selbst und dem anderen aufmerksam zugewandtes Leben zu führen. Gesundheit nach diesem Verständnis ist nicht das ultimative Ziel des Lebens, sondern Rahmenbedingung für ein erfülltes Leben unter je ganz unterschiedlichen Bedingungen in je unterschiedlichen Lebensabschnitten und Lebensphasen.
Gesundheiten gibt es viele
Gesundheiten gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Ein solches Verständnis richtet sich gegen eine ausschließliche Fokussierung des Lebens auf Jugendlichkeit und Fitness oder perfektes Funktionieren rund um die Uhr.
Altwerden als einzige Möglichkeit, lange zu leben
“Altwerden ist die einzige, die wirklich einzige Möglichkeit, lange zu leben” (Bernhard A. Grimm). Voranschreiten im Leben bedeutet auch Abschied nehmen von Gewohnheiten, Freunden, von Kräften. Aber trotzdem kann der Mensch durch seinen “Lebens-Wandel”, seine Haltung und sein Verhalten in jungen Jahren, im mittleren Lebensabschnitt und auch im Alter entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit seines Körpers und seiner Umwelt zu unterstützen und zu schützen, um sich so den jeweils anstehenden Lebensaufgaben zuzuwenden.
Was zur Gesundheit beiträgt
Was trägt zur Gesundheit bei - außer gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung? Die Existenzanalyse gibt Hinweise darauf, was zum gelingenden Leben beitragen kann. Sie beschreibt: Erlebniswerte. Ein Leben im Augenblick führen, sinnliche Momente genießen können, den Augenblick intensiv wahrnehmen können. Gestaltungswerte. Aktiv seine Umwelt mitgestalten, künstlerisch und kreativ tätig sein, Kultur schaffen. Einstellungswerte. Gegenüber den Tatsachen des Lebens, die nicht zu ändern sind, eine neue Haltung und Einstellung gewinnen. Und dabei sich selbst in Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen verwirklichen. Wie diese Werte konkret gefüllt werden, bleibt jedem Menschen selbst überlassen. Darin zeigen sich die Faszination, die Fülle, die Wahlmöglichkeiten und die Individualität des Lebens.
Glücksforschung
Neuste Ergebnisse der Glücksforschung stimmen erstaunlich gut mit diesen Annahmen überein: Gemeinschaftlich leben, eine Aufgabe haben, kleine Freuden genießen können und anderen helfen stehen ganz oben auf der Glücksskala. Auch die Befunde zur “Achtsamkeit”, zeigen, dass ein aufmerksames Sein im Hier und Jetzt Entspannung und Wohlbefinden steigern kann. Zunehmend wird die spirituelle Dimension - neben der physischen, sozialen und geistigen Dimension - als Konstitut des Menschseins berücksichtigt. Ressourcenorientierte Ansätze und Mitbestimmung in Gesundheitsfragen, wie dies zum Beispiel durch das Konzept der Salutogenese ausgedrückt wird, haben in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen.
Der Arbeitsplatz und Gesundheit
Das Leben als Quelle des Wohlbefindens, der Persönlichkeitsbildung und des erhöhten Selbstwertgefühls. Was bedeuten die oben aufgeführten Annahmen über Gesundheit für Menschen im Arbeits- und Privatleben? Wie können Werte und Sinn, Erlebnisse und Einstellungen im Arbeitsalltag gefunden, gefördert und gelebt werden? Vielleicht ist hier ein doppelter Weg sinnvoll: In der Innenschau spüren, was wichtig ist, um dies dann in der Gemeinschaft im wechselseitigen Austausch zum Ausdruck zu bringen. Auch hier ist die Anzahl der Möglichkeiten unendlich groß. Welche konkreten Werte eine Gesellschaft, ein Unternehmen, eine Gemeinschaft oder der Einzelne wählen, ist nicht vorgegeben, sondern sowohl der Freiheit des Einzelnen als auch der Verantwortung des Unternehmens als Ganzem überlassen.
Gesundheitsförderung in diesem Sinne
Gesundheitsförderung in diesem Sinne bietet Ihnen Unterstützung dabei,
- Wissen über Zusammenhänge zwischen Einstellung, Verhalten und Gesundheit zu erwerben und zu vermitteln
- die eigenen Bedürfnisse sensibel wahrzunehmen
- Grenzen eher zu spüren
- Erlebnis-, Gestaltungs- und Einstellungswerte bewußt zu leben (auch am Arbeitsplatz)
- körperliche Warnsignale zu beachten und Überforderung frühzeitig zu erkennen
- Burnout und Erschöpfung vorzubeugen
- Verhaltensweisen zu ändern
- Ressourcen und Stärken zu leben
Gesundheitsförderung auf Unternehmensebene bedeutet, betriebliche Strukturen, Institutionen und Prozesse so zu gestalten, dass persönliches gesundheitsförderliches Verhalten ermöglicht, gefördert und unterstützt wird.
